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Startseite » Katalog » DVB-T Fernsehen :: Wer braucht eigentlich DVB-T ?
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DVB-T Fernsehen :: Wer braucht eigentlich DVB-T ? Allgemeine Geschäftsbedingungen
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Wer braucht eigentlich DVB-T und was kriegt man in seine Hightech-Empfänger an Programmen geliefert?

Berlin ist die europäische Hauptstadt der Superlative. Nirgendwo sonst gibt’s so viele billige Wohnungen, nirgendwo sonst so viele Dönerbuden – und nirgendwo sonst so viel digitale Daten in der Luft. Berlin ist die Kapitale des digitalen terrestrischen Fernsehens.

Der Nutzwert günstigen Wohnraums und breitflächig verfügbarer Kebabstände ist schnell nachvollziehbar. Aber wer braucht nun eigentlich DVB-T? Selbst Terrestrik- Hardliner gehen nicht davon aus, durch DVB-T Kabel oder Satellit in ihrer Angebotsbreite ersetzen zu können. Umgekehrt wird den Herren der Kabel durchaus etwas mulmig. Nominell liegt DVB-T mit derzeit 21 Programmen gut unter dem was selbst im analogen Kabel möglich ist. Aber eine Handvoll an Teleshopping-Sendern plus TV Polonia, einigen türkischen Programmen plus Offener Kanal sind nur bedingt massenattraktiv (die letztgenannten in einigen Vierteln allerdings durchaus Abonnemententscheidend). Und die versammelten Dritten Programme der ARD erfreuen zwar Exil-Bayern, -Schwaben und -Ruhrpöttler. Aber Kabel kann nun wirklich mehr, als gegen Gebühr eine Handvoll Programme zu transportieren, die es über Astra und Eutelsat frei Haus gibt. Insofern brauchen wir alle DVB-T. Denn ohne gewissen Leidensdruck, wird sich im deutschen Kabel- (un)wesen so schnell nichts bewegen.

Als Fernsehgucker, ob Profi oder Amateur, interessieren mich diese industriepolitischen Geplänkel jedoch nur als theoretische Gedankenspielchen. Denn obwohl total verkabelt, zähle ich trotzdem zu den potentiellen DVB-T Nutzern. Und das nicht nur, weil mobiler Empfang von TV Programmen per Kabel extrem unpraktisch ist. Eines der projektierten Anwendungsszenarien für den digitalen Fernsehfunk sind Zweit- oder Drittgeräte weitab von jeder Kabelbuchse. Zugegeben: der Fernseher am Bett hängt auch am Kabel - dank drahtloser Funkübermittlung. Knapp 50 Euro kosten die billigsten Heimnetworking-Kits inzwischen. Für einen DVB-T-Receiver muss ich noch das Dreifache anlegen. Kann DVB-T hier wirklich Alternative sein?

Kurzentschlossen probieren wir den Empfang am lebenden Objekt, stecken das Funkmodul aus und den Überall-Fernsehen- Receiver ein. Alles sehr problemlos. Bis auf die Tatsache, dass auch gutausgestattete Kabelhaushalte nicht mehr über Zimmergeschweige denn Hausantennen verfügen. Clevere Geschäftemacher verkaufen zwar inzwischen DVB-T-Stabantennen, das Stück zu 30 Euro. Im Gegensatz zum Satellitenempfang, der über Salat- und andere Schüsseln praktisch nicht zu bewerkstelligen ist, ist DVB-T zwar sehr genügsam. Aber ganz ohne Antenne geht es natürlich nicht. Laut Spezifikation tut’s aber auch die Stabantenne des TV-Geräts. Perfekt. Nur leider unauffindbar. Freunde und Verwandte? Verkabelt, versatellitet – oder gar keinen Fernseher. Angeblich empfangen rund 200.000 Berliner noch über Antenne. Tatsächlich kenn‘ ich keinen davon. Dann kommt der Tipp: nimm doch einen Kleiderbügel, so aus der Reinigung, steck den in ein Antennenkabel. Gesagt, getan. Und Tatsache. Wo der Receiver vorher entweder ein verschlüsseltes oder gar kein Signal vermutete, oder nur ganz schwach was zu empfangen glaubte, prangt nun der ZDF Dokukanal auf dem Bildschirm.

Heureka. Den gibt’s im Kabel nicht. Und die Qualität ist auch besser als mit dem Funkübertragungsset von Aldi. Bildrauschen oder Geisterbilder, wie mit dem guten alten PAL-Analog, gibt es nicht mehr. In Grenzfällen schafft man es, lustige MPEG-Artefakte zu produzieren. Aber generell gilt: entweder ein Superbild, oder gleich gar keines. Wohingegen Heimfunkbrücken auf jeden Störfaktor sofort reagieren: von vorbeispazierenden Personen bis zum Handyklingeln – der Bildschirm fängt an zu zappeln und zu flackern. DVB-T hat damit keine Probleme. Also gleich mal in die Untiefen der Gerätschaft gestürzt. Wir beginnen mit einer Simulation des mobilen Empfangs. Die Kleiderbügelantenne fliegt kreuz und quer durchs Schlafzimmer (wirklich mobil sind ja weder Settop-Box noch Fernsehgerät). Das Ergebnis: Ich weiß jetzt, woher der Begriff „Testbett“ kommt. Bild und Ton bleiben in allen Lagen stabil. Vor meinem inneren Auge entseht die erste mobile Anwendung: Randalierende Kleinkinder sitzen plötzlich brav im Auto oder der S-Bahn. Der KiKa für unterwegs sorgt für Ruhe … In der U-Bahn muss ich dann aber auf den DVD-Player umschalten. Denn bis tief in die Tunnels reicht der Fernsehturm am Alex mit seiner Sendeleistung nicht. Ande- rerseits: warum nur GSM-Booster montieren, wenn man auch noch DVB in die Tunnels schicken kann? Beschwingt verabschiede ich mich in die Benutzerführung.

In ihrer unergründlichen Weisheit, hat die deutsche Sprache für Hilfestellungen bei der Benutzung von Gerätschaften das Wort Bedienungsanleitung erfunden. Richtig, bedienen kommt von dienen, und wir bedienen das Gerät. Der HUMAX F1-4000T weiß das zu schätzen. Wenn sich jemand durch diverse Menüpunkte geschummelt hat, belohnt er ich mit Bonusapplikationen wie einem Kalender und einem interaktiven Biorhythmus-Rechner. Das Ergebnis scheint stichhaltig: Intellektuell bin ich grad auf der Höhe, körperlich geht es mir blendend, emotional alles OK. Allerdings geht’s bei der Inspirationskurve rapide nach unten. Kein guter Zeitpunkt. Jetzt, wo ich gerade anfange, mich mit der lustigen Tastenbelegung der Fernbedienung vertraut zu machen. Es lockt zum Beispiel ein gelber Knopf, der die Untertitel an- und ausschalten kann. Schnell fällt mir auf: Untertitel für Hörgeschädigte sind eher selten. Wer in den USA das „closed captioning“ anschaltet, bekommt teilweise sogar Werbespots mit Untertiteln. Für Liveprogramm sitzen Stenographen bei Spezialfirmen parat, die mit ihren Tipporgien durchaus mal für unfreiwilligen Humor sorgen. Der Zapp durch die deutsche digitale Landschaft endet regelmäßig mit dem Hinweis: Warnung: Keine Untertitel. Da bleibt nur der Weg zu Phoenix mit der Gebärdendolmetscherin ausweichen.

Flashd_DVB-T-HD Aussenantenne
Überhaupt, das Wort „Warnung“ wird dann doch ein wenig überanstrengt. Wer in Berlin derzeit auf den Radioknopf drückt, bekommt die Warnung: „Warnung: Keine Radioprogramme“. Wäre das Gerät halbwegs intelligent, würde es vielmehr vor den meisten Radioprogrammen im allgemeinen und einigen angestrengt fröhlichen Morgenmoderatoren im besonderen warnen: „Warnung: kalter Kaffee“. Unschlagbar in seiner Originalität ist jedoch der blaue UHF Knopf. Wer täglich zwischen den PAL Normen für China und Europa wechseln muss, wird begeistert sein. Ebenso derjenige, der in seiner typischen Berliner 12- Zimmer-Altbauwohnung ebenso viele ebenso alte Fernseher ohne AV Ausgang beherbergt. Ein Klick genügt, und schon kann man den UHF-Ausgang der Box feintunen. Sehr praktisch. Nur, als dedizierter Knopf hat so etwas auf keiner Fernbedienung etwas verloren.

Für geziemende Verwirrung sorgt auch der EPG. In unterschiedlicher Detailfreude breitet der On-Screen-Programmführer aus, was denn zur Zeit im TV läuft. Auch einige Favoriten lassen sich einprogrammieren. So weit, so gut (und auch recht übersichtlich). Für etwas Verwunderung sorgen nur die eingeblendeten Anfangszeiten. Die EPG Uhr behauptet: es ist 18:54 Uhr. Gleich beginnt die Haupt-Tagesschau, die angeblich von 19.00 bis 19.15 Uhr läuft. Hab ich da eine Programmrevolution der ARD verpasst? Die Armbanduhr sagt, es sei kurz vor acht. Zur Sicherheit hole ich mir vom Handydisplay eine zweite Meinung ein (welches der Armbanduhr recht gibt). Ein wenig fummeln in den Installationsmenüs fördert den Haken zu Tage. Standardmäßig nimmt die Box die Greenwich Standardzeit (GMT) als gegeben an. Per Hand muss die nun den Berliner Verhältnissen angepasst werden. So ganz erschließt sich die Logik des Vorganges nicht: Die digitale TV-Datenübertragung funktioniert, ebenso die Übertragung der aktuellen Uhrzeit – aber nicht die der Zeitzone? Na gut, wenn’s denn so in den Spezifikationen steht. Ein klares Wort in der Installationsanleitung wäre aber zumindest hilfreich.

DVB-T Antenne Megasat 90
Alles Petitessen. Beim weiteren Menüspielen taucht das Thema Software-Updates auf. Der
aktuelle Status: November 2002. Ob sich da was neueres findet? Vor dem rundgesendeten Update hat Humax eine PIN gesetzt. Im Handbuch findet sich die PIN nur, wenn man wirklich alle Seiten durchgearbeitet hat – unter dem Stichwort Kindersicherung. Den Standardcode findet man allerdings auch ganz schnell durch probieren. 0000 ist ja so ausgefallen nicht. Schade, eine neue Software gibt’s grade keine. Wozu auch? Alles scheint zu funktionieren. Wirklich irritierend ist nur manchmal die Tastaturbelegung der Fernbedienung. Und bei der hilft ein Update nur bedingt weiter. Dass die Box beim Starten nicht etwa ein nettes Bild à la PlayStation zeigt, sondern ganz lapidar mit gelber Schrift auf blauem Grund verkündet: Loader Version F5.02 ist vielleicht kein ästhetisches Meisterstück. Im Vergleich zur klassischen PC-Bootroutine sind wir da aber ja ganz andere Dinge gewöhnt.

Quelle: /Нubеrt Gеrтis/
KOMMENTAR
DVB-T: Wer muss unterwegs fernsehen?

Im Hase-und-Igel-Wettlauf mit Kabel und Satellit hat’s DVB-T nicht leicht. Aber es gibt auch Gelegenheiten, da zeigt die neue terrestrische Technik, wo es lang gehen kann. Denn Überallfernsehen kann eben wirklich überall. Fast. Astra empfängt man auch auf Mallorca – da kann der Sender auf dem Fernsehturm am Alex nicht mithalten. Und selbst im eher dünn bestückten deutschen analogen TV-Kabel finden sich mehr Programme als im digitalen terrestrischen Rundfunk. Nur eben nicht überall. Wer also auch im fahrenden Auto unterwegs sein Homeshopping erledigen will, hat erst mal Pech gehabt. Denn systembedingt bleibt das Kabel hier außen vor (wg. Stolpergefahr auf Deutschlands Strassen). Und auch die Astra-Schüssel auf dem Dach des Opel Astra kann im Regelfall nur im Stationärbetrieb ein klares Bild auf den In-Seat-Monitor auf der Rückbank übertragen. Ganz anders DVB-T. Von Anfang legte man, zumindest in der deutschen Autofahrerrepublik, gesteigerten Wert auf mobile Empfangbarkeit. Und hier sehen auch die großen Mobilfunkunternehmen ihre Chance, mit Hilfe von DVB-T neue Märkte anzuvisieren. Was soll’s denn bringen, wundert sich der interessierte Laie – glaubt man den Ankündigungen der Mobilfunker, dann schaufelt UMTS bis zu zwei Megabit pro Sekunde ins Handy. DVB-T macht schon nach 1,5 Megabit pro Sekunde schlapp. Aber mal ganz abgesehen davon, dass UMTS noch nicht am Start ist (im Gegensatz zu DVB-T): Der große Unterschied liegt darin, dass DVB-T große Datenmengen sehr kosteneffizient und großräumig an viele Teilnehmer übertragen kann. In der Kombination liegt nun ein gewisser Reiz. Das Handy lässt sich nicht nur besser transportieren als ein Fernseher. Viel wichtiger sind die Elemente Personalisieren (jede Nummer ist eben individuell vergeben) und Abrechenbarkeit. Sowohl bei Vodafone wie bei T-Mobile grübelt man über Services, die DVB-T in mobile Telekommunikationsdienste integrieren. Dass der Handybildschirm mit seinem Mäusekinoformat demnächst zum Dauerfernsehgucken benutzt wird, davon gehen auch UMTS-gläubige Mobilfunker nicht aus. Das Handy als Schalt- und Abrechenzentrale für Multimediadienste im Auto (auf dem Navigationsschirm), am Flughafen (auf dem Laptop) oder in der Bahn (auf dem In-Seat-Video) könnte jedoch schon in ein paar Jahren Realität sein.

Нubеrt Gеrтis

DVB-T Anschlusse

Wer braucht eigentlich DVB-T

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