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Satellitenvielfalt mit der Dreheanlage:
So installiert man einen DiSEqC-Rotor
Während die wichtigsten deutschsprachigen TV-programme über das ASTRA-Satelliten System ausgestrahlt werden, tummeln sich in 36.000km
Höhe über den Äquter noch wesentlich mehr Satelliten, die ebenfalls mit einer kleinen Satellitenantenne empfangen
werdet können.
Bereits mit einer 45 Zentimeter „DigiDish“ von Technisat bekommt man fast alle für den TV-Empfangen in Europa bestimmten Satelliten herein.
Da kommt schnell der Wunsch auf, mehr als nur einen Satelliten empfangen zu können. Sofern man eine Antenne 80 Zentimeter Durchmesser hat
und zwei Satelliten empfangen möchte, die nicht all zu weit voneinander positioniert sind, so bietet sich hier die Montage eines zweiten
oder dritten LNB an, was bei drei LNBs mit der Kombination von ASTRA 19,2° Ost in der Mitte und daneben einem LNB für Hotbird und /oder
ASTRA 28,2 Ost sehr einfach zu realisieren ist. Doch wer gerade Programme von exotischen Sat-Positionen empfangen möchte, für den ist die
Montage eines Rotors sinnvoll, der die Antenne zielgenau auf die gewünschten Satelliten ausrichten. Dies ist gerade bei sehr schwachen
Satelliten wie z. B. Nilesat auf 7 West sehr wichtig, die nur noch sehr schwach in Europa zu empfangen sind. Hier ist man sehr flexibel
und kann den Rotor auch auf neue Satellitenpositionen aus richten, ohne dass man später noch an der Außenanlage selbst Einstellungen
vornehmen muss. Beachten werden sollte allerdings, dass sich ein Roter in erster Linie nur dann wirklich eignet, wenn keine
Mehrteilnehmeranlage über die Antenne betrieben wird. Ansonsten würde derjenige, der den Rotor bedient, den anderen Teilnehmern quasi
vorschreiben, welchen Satelliten sie zu sehen haben.
Steuerung
Der Gebrauch eines Rotors hat sich in den letzten Jahren wesentlich vereinfacht.
Waren in der Anfangszeit des Satellitenempfangs noch komplizierte Steuersysteme mit zusätzlicher Stromversorgung erforderlich,
so muß man heute bei der Installation des Rotors wirklich nur den Rotor an sich und keine weiteren Gerätschaften oder Kabel
installieren. Der Rotor wird einfach in den ohnehin schon vorhandenen Kabelweg zwischen Satellitenempfänger und Antenne
eingeschleift. Über das Antennenkabel erhält der Rotor seine Stromversorgung und gleichzeitig auch seine Steuerungsbefehle.
Diese werden über das DiSEqC-Protokoll übermittelt. Um eine Rotor vie DiSEqC ansteuern zu können, ist mindestens DiSEqC 1.2
im Sat-Receiver erforderlich. Über den Sat-Receiver steuert man die Sat-Position manuell an und kann diese dann abspeichern.
Später kann man dann beim Aufruf dieses Programm den Rotor automatisch auf die richtige Position fahren lassen.Noch etwas
mehr Komfort in die Sat-Steuerung bringt das so genannte USALS-Protokoll, welches vom Rotoren –Hersteller SATAB entwickelt
wurde. USALS steht für „Universal Satellite Automatic Location System“, Es ist kompatibel zu DiSEqC und erspart das manuelle
Abspeichern der verschiedenen Sat-Positionen. Stattdessen gibt man bei der Installation einfach den Breiten –und Längengrad
seines Standortes an. Aus diesem Wertenerrechnet der Sat-Receiver dann automatisch den Weg, den der Rotor fahren muß, um aus
seiner aktuellen Position heraus den gewünschten Satelliten zu erreichen. USALS ist vor allem dann sehr komfortabel, wenn
man auf der Suche nach neuen Satelliten ist, deren Position man nicht ganz genau kennt und die so schwach ausstrahlen,
dass eine genaue Ausrichtung der Antennen erforderlich ist. Mit der Hand ist es häufig schwer, solche Satelliten genau zu finden.
Installation
Auch wenn sich das Nachfolgende zunächst recht kompliziert anhört, sollte man sich dadurch nicht abschrecken lassen.
Denn der Aufbau hört sich wesentlich komplizierter in der Theorie an als er in die Praxis wirklich ist. Hat man die Komponenten
wirklich in der Hand, so begreifen man sehr schnell, worum es wirklich geht und sobald man die ersten Signale empfängt, kann man
sich langsam an die optimalen Einstellungen herantasten.Der DiSEqC-Rotor kann auf den vorhandenen Antennenmast montiert werden.
Die Satellitenantenne wird quasi hängend an das bewegliche kurze Gestände des Rotors angeschraubt. Die leichte Krümmung des
Rohrs sorgt dafür, dass die Antenne sich nicht einfach nur nach links und rechts dreht wie eine Hausantenne für das terrestrische
Fernsehen, sondern sich in Form eines leicht geschwungenen Bogens bewegt, auf dem der Horizont mit den Satelliten in 36.000km
Höhe abgefahren wird. Der Rotor bewegt sich auf diesem Weg auch leicht nach unten und legt sich in die normalerweise für den LNB
erforderliche Drehung (Tilt) mit korrigiert. Denn ein Satellit wie z. B. Hispasat auf 30° W stehet für einen Betrachter aus
Deutschland nicht senkrecht am Himmel, sonder befindet sich aufgrund der Erdkrümmung aus unsere Perspektive heraus gesehen schon
leicht schrägt und sehr flach nur noch mit einem Winkel von ungefähr 20° über dem Horizont. Ist der Rotor perfekt installiert,
so fährt er automatisch den Horizont ab, auf dem die verschiedenen Satelliten positioniert sind. Der Rotor
muss nicht unbedingt
auf einem fest montierten Mast gesetzt werden. Selbst eine auf einem Balkonständer montierte Antenne eignet sich für den Betrieb
mit einem Rotor, sollte dabei aber auf jeden Fall so Fest stehen, dass sie auch das zusätzliche Gewicht des Rotorsund die
Drehebewegung verträgt, ohne zu wackeln. Die wichtigste Bedingung für die korrekte Installation eines Sat-Rotors ist ein Antennenmast,
der wirklich exakt senkrecht im Lot stehen. Dies sollte mit einer Wasserwaage überprüft werden. Denn ansonsten könnte eine Schrägung des
Masters dafür sorgen, dass der Rotor Positionen in den Randbereich nicht mehr genau ansteuern kann, da der Rotor bei einem schrägen
Antennenmast nicht mehr exakt den Ideal-Horizont abfährt. Im Auslieferungszustand sollte der Rotor auf 0° eingestellt sein. Dies ist die
so genannte Referenzposition, auf welche der Rotor später auch per Receiver-Steuerung jederzeit wieder zurückgefahren werden kann.
In der Nullstellung sollte die Antenne so mit dem Rotor befestigt werden, dass sie zusammen mit dem Rotor in einer Linie geradeaus
nach vorne zeigt. Wenn möglich, stellt man sich sehr bei der Montage der Antenne und schaut über den Rotor und die Antenne auf dem Rotor
am Besten hinter die Antenne und schaut über den Rotor und die Antenne hinaus nach vorne, um zu sehen, ob Rotor und Antenne zueinander in
einer Linie folgen. Auch beim Festschrauben der Antenne sollte darauf geachtet werden, dass die Schrauben gleichmäßig angezogen werden
und die Antenne sich hinter sich nicht schräg verdreht. Danach wird der Rotor über ein Koax-Kabel mit F-Steckern mit dem Sat-Receiver
verbunden. Der zweite Anschluß am Rotor geht schließlich zum LNB, dessen Signale durch den Rotor durchgeschliffen werden.
Die Dämpfung des Rotors sollte keine Sorgen bereiten. Bei dem SG-2100 von Moteck ist die Dämpfung so minimal, dass sich eine
Veränderung von nur rund 0,1 dB in der Empfangsleistung ergibt, was in der Praxis absolut zu vernachlässig ist. Bei der Verkablung
sollte darauf geachtet werden, dass die F-Stecker so fest angeschraubt werden, bis das Kabel eine feste Haltung hat, denn ansonsten
könnte es sein, dass ein Wackelkontakt entsteht und der Rotor sich nicht richtig dreht. Auch hier sollte aber beim Festschrauben das
alte Handwerker-Motto „Nach fest kommt lose“ nicht außer Acht gelassen werden.
Sat-Installition mit Azimut und Elevation
Bei der Installation einer einfachen Satelliten-Antenne erfolgt die Ausrichtung durch die Einstellung der
Elevation und des Azimut.
Dadurch wird festgelegt, wie hoch die Antenne in den Himmel schauen soll (Elevation) und wie weit sie von der Südrichtung aus
gedreht werden muss, um auf den gewünschten Satelliten zu zeigen (Azimut). Beide Werte sind davon abhängig, an welchem Längern
–und Breitengrad man sich befindet. Um es zu veranschaulichen: je weiter man sich entlang der Breitengrade in Richtung Norden bewegt,
um so mehr muss die Antenne geneigt werden, de man sich vom Äquator, über dem die Satelliten stehen, immer weiter entfernt. In skandinavische
Länder wie z. B. Norwegen sieht es grade bei den üblichen Offset-Antennen meist so aus, als ob die Antenne nicht in den Himmel sondern auf den
Bodenzeigen würde, da der Elevationswinkel hier nur noch bei rund 20° liegt. Für den Azimut gilt: Die Position, auf der sich der
Satellit befindet (z.B. 19,2° Ost für ASTRA) bezieht sich auf der Null-Längengrade (Meridian), der durch das britische Greenwich geht.
Befindet man sich dort, reicht es wirklich, eine Antenne nach 19,2° Ost (ASTRA), 13° Ost (Hotbird) oder 28,2° Ost (ASTRA) auszurichten.
Je weiter man sich von Greenwich aus nach Ostern bewegt, um so mehr näher man sich aber den Längengraden, an denen diese
Satelliten positioniert sind und dadurch verringert sich auch der Winkel, den man von der Süd-Linie bei der Ausrichtung der Antenne abweichen
muss.
Gelangt man z.B. an den durch Polen verlaufenden 19. Längengrad, so reduziert sich diese Abweichungen auf Null, denn würde man diese Längengrad
entlang bis zum Äquator wandern, so würde man dort fast genau senkrecht unter dem ASTRA-Satelliten auf 19.2° Ost stehen. Richtet man also im
polnischen Lodz, das sich auf 19,46° östlicher Breite befindet, eine Antenne auf 19,2° Ost aus, so kann diese praktisch einfach direkt in
Südrichtung eingestellt werden. In Deutschland hingegen liegen wir von dem Satelliten weiter entfernt in Richtung Westen, weswegen für einen
Betrachter in Köln ein ASTRA-Satellit auf 15,62° Ost zu finden sein sein wird und in Berlin ASTRA auf 7,43° liegt.
Elevation und Azimut beim DiSEqC-Rotor
Bei einem Rotor ist ebenfalls die Elevation für den Rotor selbst noch die so genannte „Deklination“, der Winkel, mit dem die Antenne auf den
Rotor montiert wird. Der Elevationswert des Rotors errechnet sich aus dem Breitengrad des Standorts. In der Bedienungsanleitung des Rotors
kann man anhand von Tabellen den Elevationswert des Rotors errechnen. Daneben bietet die Skala des Moteck SG-2100 alternativ eine
Breitengrad-Skala (Latitude) zum Einstellen. Den Deklinationswinkel, mit dem die Antenne selbst am Rotor befestigt wird, kann man ebenfalls der
Anleitung entnehmen. Er lässt sich, nachdem die gesamte Anlage steht, durch genaue Ausrichtung der Antenne auf die einzelnen Sat-Positionen nochgenauer einstellen.
Nachdem die Anlage in ihrem Höhewinkel genau aufgestellt wurde, muß die gesamte Antenne-Rotor-Einheit noch am Mast genau nach Süden ausgerichtet werden.
Hier gilt wieder das Gleiche, was bereits in der Einführung zum Azimut gesagt wurde: Mit „Süden“ ist in diesem Zusammenhang nicht der Null-Längengrad gemeint,
sondern die ortstabhängige Südrichtung, welche sich durch den Längengrad bestimmt. Am einfachsten ist es, sich hier an den Satelliten zu orientieren, die
entlang der verschiedenen Längengrade positioniert sind. Dies reicht zur grobe Einstellung auf jeden Fall aus und die geringfügigen Abweichungen kann man
später auch korrigieren. Wer entlang dem 13. Längengrad z. B. in Berlin wohnt, für den steht Hotbird auf 13° Ost genau im Süden, Hamburg ist fast exakt am 10.
Längengrad, womit 10° Ost die Referenzposition ist und im Westen der Republik in Köln am 7. Längengrad sollte man sich entsprechend an 7 ° Ost orientieren.
Auf all diesen Positionen sind Programme in ausreichender Stärke zu empfangen, so dass die Ausrichtung per Hand mit dem Satellitenreceiver als Kontrollgerät
recht schnell gelingen sollte, sofern Rotor- Elevation und Deklination korrekt eingestellt wurden. Hat man einen dieser Satelliten gefunden, kann die Antenne
zunächst festgeschraubt werden, damit sich die Einstellungen nicht mehr verändern. Im nächsten Schritt wird dann überprüft, ob die Einstellungen auch korrekt sind.
Einstellung der einzelnen Satelliten im Sat-Receiver
Die meisten Satellitenreceiver haben eine Liste mit den wichtigsten Satelliten und den Frequenzen eingespeichert, auf denen TV –und Radioprogrammen durchsuchen kann,
ohne im Deteil zu wissen, mit welchen Parametern diese ausgestrahlt werden. Dazu muß zunächst im Setup des Satellitenreceivers die Rotor-Steuerung aktiviert werden.
Danach kann man die einzelnen Sat-Positionen durch den Receiver bei ansteuern. USALS macht diesen Vorgang besonders komfortabel, da der Receiver bei genauer Installation
der Anlage direkt die optimale Position ansteuert. Ohne USALS muß man hingegen noch manuell durch leichtes manuelles Vor –und Zurückdrehen der Antenne den optimalen
Punkt einstellen. Der für diesen Praxis-Bericht verwendete TechniSat Digicorder S1 trägt zwar kein USALS-Logo, biete aber nach eingabe von Länger –und Breitgrad auch
die Möglichkeit der automatischen Ausrichtungen an. Dieses Gerät hat also Besonderheit zur weiteren Optimierung auch noch eine Auto-Focus-Funktion zu bieten:
Mit dieser peilt sich der Rotor in kleinen Schritten langsam auf die optimale Position ein, die man dann abspeichern kann. Hieraus kann man dann auch ersehen, wie
optimal die Installation erfolgt ist. Am besten peilt man einen Satelliten, der möglichst weit östlich gelegenen Satelliten an. Wird erst durch nachträgliche Korrektur
der Sat-Positionen und der Antennen-Elevation bei allen Satelliten wenigstens schwach zu empfangen, so kann man durch Feinarbeit per Hand diese Fehler ausgleichen.
So viele kann man übrigens auch gar nichts falsch machen. Denn die meisten Satelliten, die man in Deutschland empfangen kann, sind so leistungsstark, dass sie selbst mit 60
Zentimeter-Antennen noch mit großen Reserven empfangen werden können und geringfügige Abweichungen daher in der Praxis gar nicht einmal eine so große Rolle spielen Lediglich
sehr wenige Satelliten wie z.B. Nilesat auf 7° West oder Arabsat auf 26 ° erfordern wirklich eine haargenaue Ausrichtung, da man sich selbst in Süddeutschland immer noch
deutlich außerhalb der nördlichen Grenze des offiziellen Footprints befindet und der Empfang erst mit Antenne ab 1m-1,20m Durchmesser einwandfrei möglich ist. Auch bei weit
im Westen gelegenen Satelliten wie Hispasat auf 30° West sollte man die Ausrichtung genauer überprüfen, weil sich die Antenne hier durch die Rotordrehung und die genauer überprüfen,
weil sich die Antenne hier durch die Rotordrehung und die geringe Elevation des Satelliten sehr stark auf die Seite legt und Abweichungen von Ideal-Horizont deutlich
wahrzunehmen sind als bei den ASTRA -Satelliten und Hortbird, die allesamt ziemlich nah aneinander liegen. Im Idealfall beendet man die Justierung damit, indem man die
Antenne auf den schwächsten Satelliten, den man empfangen möchte. Genau optimiert, damit dieser auf jeden Fall gut zu empfangen ist.
*** "Quelle:
www.infosat.info" ***
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